Stadion Laufbahnsperre


18.10. - 20.10. 23:59
EHS Laufbahn
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In kurzen Hosen und Tank Tops vor dem Fernseher sitzend, die Sonnenbrillen griffbereit neben sich liegend, trauten die Athleten ihren Augen nicht, als das heimische Wetterpanorama über den Bildschirm flimmerte. Zuvor hatten sie noch mühevoll den Supermarkt nach Sonnencreme durchforstet und waren am Pool gelegen, nun schweifte die Kamera über den von Schnee bedeckten Mirabellgarten in der Salzburger Innenstadt. War es möglich, dass die Leute in Österreich die längst im hintersten Winkel des Kellers verstauten, seit jeher als unliebsam erachteten Schneeschaufeln wieder hervorkramen mussten, während sich so mancher Läufer des UAB Athletics nur 246 km Luftlinie entfernt von der Mozartstadt ins Meer von Caorle stürzte?

Dass dies tatsächlich der Fall war, bestätigte der Hotelmanager, als er auf das Glück seiner laufbegeisterten Gäste in Bezug auf das Wetter hinwies. Diese Tatsache begünstigte natürlich das Training, womit die Voraussetzungen für eine hervorragende Laufwoche unter dem Motto „train, eat, sleep, repeat“ von Beginn an gegeben waren.

Nachdem die Anreise in die 11.800-Seelen Stadt problemlos vonstattengegangen war, erfolgte sogleich der erste Dauerlauf, der aufgrund der Tatsache, dass die Grundlageneinheiten der Folgetage im Anschluss an die anstrengenden Bahntrainings abgehalten wurden, noch zu den zügigeren der Woche gezählt werden konnte.

Das am nächsten Vormittag angesetzte 150m-Intervalltraining überstanden trotz dem der Zeitumstellung geschuldeten Jetlag alle Läufer gut und der obligatorische Dauerlauf am Nachmittag gestaltete sich als sehr angenehm, nicht zuletzt weil man nach wochenlangem Laufen in der eisigen Kälte Wiens nun die wärmeren Temperaturen zu schätzen begonnen hatte und das Klima hier Erinnerungen an angenehme Läufe im Sommer evozierte.

Während der darauffolgenden Tage bestanden die Bahntrainings aus 400m, 2000m und 200m-Intervallen, wobei es sich bei letztgenannter Einheit zum Leidwesen einiger um keinen Aprilscherz handelte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt begann sich bei so manchem Athleten das Hinabsteigen der Treppen in den Speisesaal zu einer kleinen Herausforderung zu entwickeln. Darüber hinaus manifestierte sich in Teilen der Gruppe die Gewohnheit, sämtliche Gegebenheiten zu monieren, wobei diese Entwicklung zur Wochenmitte glücklicherweise gestoppt werden konnte.

Nachdem der vorletzte Tag noch ganz im Zeichen von flotten 100m-Läufen mit abschließenden 1000m gestanden war, wurde der Vormittag vor der geplanten Abreise von einer längeren Tempoeinheit dominiert, komplementiert von 600m, 400m, und 200m.

Im Anschluss daran konnte das Trainingslager als beendet erachtet werden und während im Zug nach Wien zufrieden konstatiert werden durfte, dass diese Woche die Athleten mit Sicherheit einen Schritt näher an ihre persönlichen Ziele für die anstehende Freiluftsaison gebracht hatte, wurden die kurze Hosen und die Sonnenbrillen mit jedem Kilometer heimwärts obsoleter. Schlussendlich gab es für Außenstehende nur noch ein Indiz, dass es sich bei dieser Gruppe um Heimkehrer aus dem sonnigen Süden handeln könnte, nämlich den teilweise vorhandenen Sonnenbrand. Das mühevolle Durchforsten des Supermarkts nach einer Sonnencreme hätte man sich also sparen können… .

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Benjamin Poller