Stadion Laufbahnsperre


04.12. - 28.03. 23:00
EHS Laufbahn

Sonntag, 30. November 2014. Es ist ein nebliger Tag, der etwas trist anmutet. Auf dem Platz vor dem Ernst Happel Stadion, wo sich normalerweise vor Beginn von Sportveranstaltungen zehntausende Menschen tummeln, herrscht gespenstische Stille. Nur ein paar Hobbyläufer sind auf ihrem Weg zur Prater Hauptallee zu sehen. Diese Umstände können zugegebenermaßen eigentlich nicht mit dem Attribut „ungewöhnlich“ versehen werden, handelt es sich an diesem 30. November schließlich um den 1. Adventsonntag. Doch die Tatsache, dass an jenem Tag die Wiener Landesmeisterschaften im Crosslauf stattfinden, ändert diese Betrachtungsweise ein wenig. Etwas komisch kommt es einem schon vor, dass wenige Minuten vor dem Startschuss des ersten Bewerbs fast keine Läufer/innen auf ihrem Weg zum Cricket Platz zu sehen sind. Ist dies etwa die Ruhe vor dem Sturm?

 

Wenige Meter vor dem Veranstaltungsgelände machen sich dann doch noch erste Anzeichen eines Wettkampfs bemerkbar. Aus den alten Boxen, die neben der Laufbahn installiert worden waren, knistert Chartmusik, was sofort dieses typische Cricketplatz-Feeling erwachen lässt. Schließlich sind auch schon die ersten Sportler/innen bei der genauen Inspektion der Strecke zu sehen, welcher an diesem Tag eine besondere Bedeutung zukommen sollte. Im Vorfeld war nämlich aufgrund der Umbauarbeiten stets die Frage nach der Kurssetzung in den Köpfen der Athleten präsent. Und die neue Streckenführung präsentierte sich auch als durchwegs anspruchsvoller als die der vorhergegangenen Wettkämpfe, an manchen Passagen konnte schon die kleinste Unkonzentriertheit einen Sturz über die Böschung zur Folge haben. Glücklicherweise wurden nach dem Wettkampf keine derartigen Vorfälle gemeldet.

Nachdem die ersten Läufer/innen die Strecke besichtigt hatten und dabei schon versuchten zu antizipieren, welcher Part der Strecke wohl die besten Möglichkeiten für ein erfolgreiches Überholmanöver offeriert, erfolgte auch schon der erste Startschuss.

Den Anfang machte Lisa Sophia Axmann in der Klasse weiblich U14, wo sie als einzige Läuferin die Farben des UAB repräsentierte und in einem ausgesprochen knappen Rennen den hervorragenden 2. Platz erreichte. Ihr Alterskollege Jürgen Deubel überquerte in der männlichen Konkurrenz nach 8:58 Minuten die Ziellinie und durfte sich über den 4. Platz freuen.

Im Gegensatz zur von UAB Seite dünn besetzten U14 stand die U16 der Mädchen, in der unser Verein alle drei Läuferinnen stellte und damit auch den Sieg in der Teamwertung für sich beanspruchen durfte. Die Einzelwertung gewann Hannah Brückler vor Esther van der Sluijs und Clara-Maria Hüpfl.

Die Siegerinnen U16 weiblich

Dem wollte unser Österreichischer Nachwuchs-Vizemeister über 3000 und 1000 Meter, Paul Scheucher, natürlich um nichts nachstehen und verwies im Rennen der unter 16 jährigen Burschen seine Konkurrenten klar auf die Plätze, was ihm den Wiener Landesmeistertitel einbrachte.  

Um 10:20 Uhr fiel schließlich auch der Startschuss für die U18, in der unser Verein gleich mit sieben Läufer/innen vertreten war. Während bei den Frauen Fiona Aschenbrenner als 3. vor Sophie Grabner (4.) und Denise Rabl (5.) finishte, siegte Maximilian Rehling im vereinsinternen Rennen der Männer deutlich vor seinem Namensvetter Maximilian Kittenberger. Der 3. Platz ging an Sebastian Bauer, Mittelstreckenspezialist Markus Peschke kam als 4. ins Ziel. Darüber hinaus konnte der UAB seine Medaillensammlung an diesem Tag durch die zwei Goldenen in der Mannschaftswertung der U16 erneut aufwerten.

Knapp 25 Minuten nach der U18 durften sich auch die U20 Läufer über 3950 Meter messen. In diesem Rennen, in welchem sich die ersten sieben Läufer innerhalb von 34 Sekunden befanden, verhinderten Christopher Brückler vom Team2012 sowie Florian Marek von der DSG einen Sieg des UAB durch Lukas Max, der sich am Schluss über den 3. Platz freuen durfte. Auf den Plätzen 5, 7 und 9 folgten mit Sebastian Aschenbrenner, Benjamin Poller und Raoul van der Sluijs drei weitere Vertreter unseres Vereins. Aufgrund dessen wurde ein weiterer Stockerlplatz erzielt, in der Mannschaftswertung bedeutete dies nämlich die Silbermedaille.

Ganz anders liest sich das Ergebnis der Teamwertung bei den Frauen, wo der UAB dank Laura-Nicoleta Ghelmez (2. Platz in der Einzelwertung), Minodora Turkonje (3.) und Anna Walser (4.) den Landesmeistertitel nach Hause „lief“. Bei der Kurzstrecke der Männer verhalfen die Platzierungen 6, 8 und 12 den Athleten Mirko Bertram, Volker Lorenz und Philipp Breyer zur Silbermedaille im Team, wobei Volker Lorenz auch den Titel in der Klasse Masters 35 bejubeln konnte.

Auf der Langdistanz der Männer agierte Luca Sinn den Temperaturen entsprechend eiskalt und ließ der Konkurrenz keine Chance. Unser Cross-EM Teilnehmer distanzierte die stärksten Verfolger Martin Mistelbauer (team2012) und Dominik Stadlmann (KUS ÖBV Pro Team) und holte nach einer überzeugenden Leistung den Landesmeistertitel. Doch auch unsere anderen in dieser Klasse angetretenen Läufer lieferten eine starke Performance ab. Alfred Sungi auf Platz 4 sowie Thomasz Sommer (7.), Romed Rauth (8.), Josef Glas (13.) und Manfred Lackner (14.) komplettierten ein überaus erfolgreiches UAB-Sextett. Fast obsolet noch hinzuzufügen, dass nach dieser Leistung auch die Mannschaftswertung an unsere Laufsparte ging. Thomas Sommer und Alfred Sungi durften sich nach diesem Tag zusätzlich auch noch Wiener Landesmeister in den Klassen Masters M 35 bzw. Masters M 45 nennen und rundeten damit einen großartigen Wettkampftag für den UAB ab.

Insgesamt 12 goldene, 6 silberne und 5 bronzene Medaillen erweitern nun die Erfolgsbilanz des erst 2012 ins Leben gerufenen Vereins, wobei bei all den Erfolgen auch der Anteil unserer Trainerin Renata Sitek nicht unerwähnt bleiben soll.

Nachdem schließlich auch der letzte Läufer das Gelände verlassen und den Weg nach Hause angetreten hatte war alles wie wenige Stunden zuvor: Neblig, trist und auf dem Platz vor dem Ernst Happel Stadion, wo sich normalerweise bei Sportveranstaltungen zehntausende Menschen tummeln, herrschte eine gespenstische Stille. Die Ruhe nach dem Sturm?

Zu den Fotos...  und den Ergebnissen...

(Benjamin Poller)