Völlig überraschend ist unser langjähriger Freund und Weggefährte Michael Mamuka Mamistwalow am 10.8. im 52. Lebensjahr von uns gegangen.

Mamuka war in den Volleyball-Anfängen der UAB in den 80er Jahren eine tragende Säule als Spieler, Trainer und Schiedsrichter, vor allem aber als immer positiver, gut gelaunter, motivierender, hilfsbereiter und warmherziger Freund, den jeder einfach gern haben musste.

Unvergessen bleiben die zahlreichen Mixedturniere und Wettkämpfe in der Wiener Liga, die gemeinsamen Trainingslager, die unzähligen gemeinsamen Wochenenden in den Sporthallen der Stadt Wien, in denen Mamuka als „gefinkelter“ Spieler und leidenschaftlicher Trainer Furore machte.

Er entwickelte seine ganz eigenen Methoden, die er intuitiv aus sich heraus gebar und die zumeist auch von großem Erfolg gekrönt waren. Eine ganze Generation von Spielerinnen, Damen wie weiblicher Nachwuchs schafften durch Mamuka den ersten Kontakt zu Volleyball und reiften unter seiner Ägide nicht nur sportlich sondern vor allem auch menschlich zu jungen Erwachsenen heran. Viele von ihnen blieben ihrer Sportart über Jahre und Jahrzehnte treu.

 

Mamuka war durch seine offene und großzügige Art nicht nur innerhalb der UAB Community hoch angesehen sondern über alle Vereinsgrenzen hinaus beliebt und geschätzt. Er verabscheute taktische Spielchen, hasste diplomatisches Herumlavieren. Er hielt mit seiner Meinung nie hinter dem Berg, nannte die Dinge beim Namen, sagte was Sache ist – bleib dabei aber immer wertschätzend und zugänglich. Er war „ein Original“, wie es leider viel zu wenige gibt und als Volleyballer einfach „ein Echter“.

Nach seiner Hochzeit im Jahre 1992 kümmerte er sich fortan als vorbildlicher und pflichtbewusster Familienvater um seine Frau und später seine drei Kinder. Dies erforderte seinen ganzen Einsatz, weshalb er sich schweren Herzens dazu entschloss, sein Engagement im Volleyball aufzugeben.

Als seine beiden Söhne den Kinderschuhen entwachsen waren, erst vor wenigen Jahren, erinnerte er sich wieder seiner früheren Leidenschaft. An der Schule seiner Tochter initiierte er ein neues Volleyballprojekt für Mädchen und schaffte es innerhalb weniger Wochen, völlig aus eigenem Antrieb heraus eine autonome Mädchengruppe zusammen zu trommeln, die er in den Sommerferien „so wie früher“ begeistern und zu jungen Sportlerinnen „entwickeln“ wollte. Leider war ihm dieser Erfolg, dieses Comeback nicht gegönnt. Die Zeiten hatten sich geändert, die Interessen der Jugendlichen nach den Sommerferien gingen mehr Richtung Schule und anderer Freizeitaktivitäten und so löste sich die Gruppe, noch ehe sie richtig zu trainieren begonnen hatte, wieder auf.

Wenn sich die Alt-UABler – was leider ohnehin viel zu selten geschah – ab und an einmal trafen, so war Mamuka immer zugegen. So als wäre die Zeit stehen geblieben, ergab sich meist eine äußerst vergnügliche Zeitreise in die Vergangenheit. Man erinnerte sich an vergangene Heldentaten, lachte über die gleichen Dinge wie seinerzeit, wurde mit Sicherheit wieder mit einer Kleinigkeit beschenkt und vermeinte zu spüren, wie Mamuka sehr gerne wieder mehr Zeit mit seinen früheren Volleyballfreunden verbringen würde.

Mamukas Tod kommt viel zu früh. Er trifft uns alle unvorbereitet. Er macht uns fassungslos, traurig und lässt uns ratlos zurück. Man hätte sich noch so oft treffen, so viele Erinnerungen austauschen, ja auch wieder gemeinsame Projekte starten können. Man hätte aber auch einfach nur da sein können miteinander und füreinander, ohne große Ziele.

Mamuka, wir werden Dich vermissen. Leb wohl Freund. Ruhe in Frieden!  

Ralph Zainlinger

 

Gemäß jüdischem Ritual wurde Mamuka noch am Tag seines Todes am Wiener Zentralfriedhof (Israelitische Abteilung, Tor 4) unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Die UAB-Community möchte sich im September (genauer Termin wird noch bekannt gegeben) gemeinsam an Mamukas Grab versammeln und sich dort von ihm verabschieden.